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Definitionen - Erklärungen:

 

Begriffe im Treppenbau:

 

Treppe

Schema der Treppe

Eine Treppe (süddt. und österr. Stiege) ist ein aus Stufen gebildeter Auf- oder Abgang, der es für Fußgänger möglich macht, Höhenunterschiede bequem zu überwinden. Eine Treppe besteht aus mindestens drei aufeinander folgenden Stufen. Durch Aneinanderreihen von Treppenläufen und Treppenabsätzen können Treppen beliebig verlängert werden. Für die sichere Benutzung ist ein Geländer als Absturzsicherung und der Handlauf zum Festhalten entscheidend.

 

Wortgebrauch [Bearbeiten]

In Österreich wird die Bezeichnung Treppe nur für einen schmalen Holzaufstieg oder auch für eine Wendeltreppe verwendet, im Allgemeinen wird dort der Ausdruck Stiege verwendet. Andere Bezeichnungen von Treppen sind regional auch Steige oder Tritt, im alemannischen Sprachraum Staffel. In der Seeschifffahrt spricht man in diesem Zusammenhang auch von Niedergang, der, vom Deck aus gesehen, die tiefer gelegenen Räume im Rumpf des Schiffes erschließt. Die Wissenschaft, die sich mit der Erforschung der Treppen befasst, heißt Scalalogie (lat. scala: Treppe, Stufe).

Treppenaufbau

(1) Treppenabsatz oder Treppenpodest
(2) Zwischenpodest
(3) unterer Treppenlauf
(4) oberer Treppenlauf
(5) Treppenloch: Ausschnitt für die Treppe in der Geschossdecke oder in einer Balkenlage
(6) Treppengeländer und Handlauf
(7) Treppenauge: Lichte Öffnung oder Luftraum, von Treppenläufen und Absätzen umschlossen und oft über mehrere Stockwerke durchgehend. Umgangssprachlich auch Treppenloch genannt.
(10) Lauflinie / Gehlinie: Mittellinie des Treppenlaufs, bei gewendelten Treppen meist dezentriert

 

(a) Setzstufe (vertikal)
(b) Vorderkante (VK) Antritt
(c) Trittstufe (horizontal)
(d)Vorderkante
(e) Auftritt: die horizontale Fläche, die in sich aus der Vorderkante der Trittstufe und der Vorderkante der Setzstufe ergibt. Siehe Treppensteigung.
(f) Untertritt
(g) Stufentiefe (Auftritt + Untertritt)
(h)Setzstufenhöhe
(i)dicke TrittStufe
(j) Steigung (Stufenhöhe), siehe Treppensteigung
(k) Treppenbelag

 

Treppensockel = Verkleidung der Fugen zwischen Treppe und Wand

Sockelleiste (a) = Leiste, welche die Fuge zwischen Fußboden, Treppenstufe, Absatz oder Wandwange und Wandputz verdeckt. Auf den Absätzen und Wandwangen sind dies lange Leisten. Bei Treppen ohne Wandwange sind dies treppenartig angebrachte kurze Stufeleisten und Setzstufenleisten. Anstelle der Stufen und Setzstufenleisten können sogenannte Bischofsmützen eingebaut werden.

Bischofsmütze (b) = Verkleidung mit einer der Treppenneigung entsprechenden schräge obere Kante. Die Kanten sind durch unterschiedliche weitere kurze Kanten miteinander verbunden, so dass die Form einer Bischofsmütze entsteht.

 

Treppenarten  
Einläufige Treppen

a) gerade
b) gerade mit viertelgewendeltem Austritt
c) gerade mit Viertelpodest am Austritt
d) gerade mit viertelgewendeltem Antritt
e) gerade mit Viertelpodest am Antritt
f) gerade mit viertelgewendeltem Antritt und Austritt
g) gerade mit zwei Viertelpodesten
h) halbgewendelt
i) viertelgewendelt

 

Zweiläufige Treppen

j) gerade mit Zwischenpodest
k) gewendelte U-Treppe mit verzogenen Stufen an keilförmiger Zwischenpodeststufe
l) U-Treppe mit Halbpodest
m) Winkeltreppe mit Viertelpodest

 

Dreiläufige Treppen

n) dreiläufige U-Treppe S-Form mit zwei Viertelpodesten
o und p) dreiläufige T-Treppe mit Viertelpodest
q) dreiläufige U-Treppe mit zwei Viertelpodesten
r und s) dreiläufige E-Treppe mit Halbpodest

 

Treppe gewendelt und mehrläufig repräsentativ

t) einläufige Kreisbogentreppe
u) einläufige Wendeltreppe mit Massivspindel
v) einläufige Wendeltreppe mit Treppenauge bzw. Hohlspindel
w) zweiläufige doppelte Wendeltreppe
x) mehrläufige repräsentative Treppe mit mehreren Zwischenpodesten

 

Treppe in Y und S Form, Berliner Treppe

y) Y-Treppe einläufig beginnend und zweiläufig endend
z) Y-Treppe zweiläufig beginnend und einläufig endend
α) einläufige S-förmige gerade Treppe mit zwei Viertelwendelungen
β) Berliner Treppe
λ) einläufige S-förmige Treppe

 

Pyramiden und Kegeltreppen

δ) Pyramidentreppe positiv
ε) Pyramidentreppe negativ
φ) Pyramidentreppe auf 8eck-Grundriss positiv
γ) Pyramidentreppe auf 8eck-Grundriss negativ
η) Kegeltreppe positiv
ι) Kegeltreppe negativ

 

Treppen nach Lage und Funktion

 

Außenraum

Außentreppe
Landhaus Dresden, moderne Fluchttreppe aus Stahl
  • Außentreppe sind alle Treppen außerhalb von Gebäuden. Da sie der Witterung ausgesetzt sind, ist besonders bei den Materialien auf Witterungsbeständigkeit zu achten. Des Weiteren ist zu beachten, dass die Treppenstufen zur Stufenkante hin geneigt sein sollten, damit Regenwasser schnell abfließen kann und Pfützen- und Eisbildung vermieden wird. Wegen der besonderen Rutschgefahr bei Regen müssen die Stufenkanten und Auftritte besonders rutschfest sein oder ausgestattet werden. Die Steigung von Außentreppen ist im allgemeinen niedriger als bei Innentreppen. Gebräuchliche Steigungsverhältnisse sind (16/31), (15/33), (14/35) und (12/39).
  • Die Freitreppe befindet sich außerhalb des Gebäudes, aber an das Gebäude angebaut und ist nicht überdeckt. Diese Treppen führen meist zu einem Gebäudezugang.
  • Unter dem Begriff Gartentreppe sind alle Treppen im Garten zusammengefasst. Sie haben meist große Auftrittsbreiten und niedrige Stufenhöhen. Sie dienen zur überwindung von Höhenunterschieden im Garten oder führen auf eine Terrasse oder zum Eingang auf der Gartenseite eines Gebäudes. Außer in Parks und Schlossgärten sind diese Treppen meist in einfacher Konstruktion.
  • Die Eingangstreppe führt direkt zum Eingang. Sie kann sowohl eine Freitreppe wie auch eine überdachte Treppe sein. Je nach Gebäudetyp kann es sich dabei um sehr einfache Treppen als auch um reich verzierte aufwändige Repräsentationstreppen handeln. Wenn die Platzverhältnisse sehr beengt sind, kann die Eingangstreppe auch in das Gebäude eingezogen sein.
  • Die Hintertreppe hat einen Ausgang an der Hinterseite eines Gebäudes. Sie dient meistens als Zugang für Personal und Lieferanten. Ihre Ausführung ist meist sehr einfach. Oft führt die Hintertreppe auch in den Keller.
  • Die Monumentaltreppe zeichnet sich dadurch aus, dass sie entweder extrem breite Treppenstufen hat oder dass sie enorm viele Treppenstufen besitzt – meist ohne Absätze. Beispiele sind: Die Monumentaltreppe „La Scala“ in Caltagirone, Sizilien, mit 142 Stufen. Die Monumentaltreppe in Mihintale, Sri Lanka, aus vier Treppenabsätzen bestehend mit insgesamt 1.840 Stufen.

 

Innenraum

  • Als Innentreppe bezeichnet man alle Treppen, die sich im Innenraum eines Gebäudes befinden.
  • Eine Geschosstreppe verbindet zwei verschiedene Geschosse.
    • Eine Kellertreppe führt vom Hauseingang oder vom untersten ausgebauten Geschoss zum Keller und ist oft steiler als die Treppen zu den oberen Stockwerken. Bei älteren Gebäuden ist diese Treppe oft auf tragendem Baugrund ohne tragende Unterkonstruktion aufgebaut und führt oft durch einen sogenannten Kellerhals in einen Gewölbekeller.
    • Dachbodentreppen oder kurz Bodentreppen sind Treppen, die zum Dachboden, also zu Räumen im Dachraum führen. Meist werden einfache Treppenkonstruktionen verwendet, es kommen aber auch komfortablere Treppen zum Einsatz.
  • Als Ausgleichtreppe bezeichnet man die Treppen, die zum Ausgleich von Höhenunterschieden innerhalb eines Geschosses benötigt werden. Eine Differenztreppe ist eine Treppe mit nur wenigen Stufen, die geringe Höhendifferenzen miteinander verbindet.
  • Fluchttreppe
  • Das heutige deutsche Bauordnungsrecht unterscheidet notwendige Treppen, die zwingend vorhanden sein müssen und an die Auflagen geknüpft sind, sowie ggf. zusätzlich vorhandene nichtnotwendige Treppen, an die weniger strenge Auflagen geknüpft sind.
  • Eine Geheimtreppe ist eine der Öffentlichkeit nicht zugängliche Treppe. Es gibt sie häufig in alten Burgen und Schlössern. Sie dienten entweder der Fluchtmöglichkeit oder waren dafür ausgelegt, unerkannt in Gasträume zu kommen, um dort zu spionieren. Der Zugang zu diesen Treppen erfolgte oft über geheime unsichtbare Türen, sogenannte Tapetentüren.

 

Notwendige Treppe

Als notwendige Treppe wird in Deutschland eine Treppe bezeichnet, die nach den baurechtlichen Vorschriften unbedingt vorhanden sein muss. Jedes Geschoss, das nicht zu ebener Erde liegt, und der benutzbare Dachraum eines Gebäudes müssen mindestens über 1 Treppe (= notwendige Treppe) erschlossen sein. An diese Treppen werden Mindestanforderungen gestellt, um deren sichere Benutzbarkeit - beispielsweise im Brandfall - zu gewährleisten. Zusätzlich können weitere (nicht notwendige Treppen) existieren, an die dann weniger strenge Anforderungen gestellt werden.

In Deutschland liegt das Bauordnungsrecht in der Gesetzgebungskompetenz der Bundesländer. Alle Länder haben dementsprechend eigene Bauordnungen erlassen, deren Vorschriften zu den Rettungswegen und deren Bestandteil Treppen aber ähnlich sind und sich an der Musterbauordnung (MBO) orientieren. Deren aktuelle Version stammt aus dem Jahr 2002.

 

Freitragende Treppen

Freitragende Treppe am Hauptbahnhof Darmstadt

Unter freitragenden Treppen versteht man Treppen mit Auflager oben und unten. Auch Treppen bei zweiläufigen U-Treppen, bei denen das Zwischenpodest keinerlei Auflager hat, werden als freitragende Treppen bezeichnet.

  • Faltwerktreppen werden aus einem treppenlaufbreiten Blechstreifen durch ständiges hin und her Falten hergestellt wird. Als Material wird überwiegend Riffelblech verwendet. Faltwerktreppen aus Holz sind nicht gefaltet, sie werden aus verschiedenen Holzwerkstoffplatten durch Verleimung der Kanten hergestellt. Zusätzlich zur Verleimung werden verschiedenste Holzverbindungen eingesetzt, um eine ausreichend biegesteife Ecke zu erhalten.
  • Bolzentreppe oder genauer Tragbolzentreppe, sind die Treppenstufen untereinander mit Tragbolzen biegesteif verbunden.
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Wangentreppen

Zeichnung einer Wangentreppe

Eine Wange ist das tragende schrägliegende Bauteil links und rechts der Treppenstufe. Als innere Wange oder Freiwange wird die am Treppenauge liegende Wange bezeichnet. Die Wandwange liegt direkt an der Wand an oder ist mit einem Abstand von max. 6 cm von der Wandoberfläche abgerückt.

Eine Stufenwange hat keine über die gesamte Treppenlauflänge durchgehende schräge Ober- und Unterkante. Die Ober- und Unterkante der Stufenwange ist vielmehr in einem gleichmäßigen parallelen Abstand zu den Stufen und Setzstufen und hat somit ein stufenförmiges Aussehen.

Ein Krümmling oder Kröpfling ist die gebogene Verbindung von zwei die Richtung wechselnden Wangen oder Handläufen.

Den im Bild (Fig. 12. links) sichtbaren senkrechten Pfosten, an dem das Treppengeländer beginnt, nennt man Antrittpfosten. Er kann kunstvoll verziert sein, wird aber bei modernen Treppen eher nüchtern ausgeführt.

Die im Bild (Fig. 13. rechts) sichtbare senkrechte Holzsäule mit dem Abhängling gehört zu den Hängesäulen.

 

Tragsysteme

Entsprechend der Vielzahl von Treppengeometrien ist eine Vielzahl von statischen Tragsystemen möglich. Für den Lastabtrag sind dabei als Vertikallasten neben dem Eigengewicht der Konstruktion die Verkehrslasten auf der Treppe zu berücksichtigen. Zusätzlich sind horizontale Lasten auf Geländer oder Holme und bei Treppen, die der Witterung ausgesetzt sind, Windlasten zu beachten.

  • Treppen mit selbsttragenden Stufen sind ein Tragsystem. Die Treppenstufen tragen dabei die Lasten als einfacher oder eingespannter Balken in Querrichtung ab. Die Lagerung bzw. Einspannung der einzelnen Stufen kann in Treppenhauswänden, Längsträgern oder einer Spindel erfolgen, die für den weiteren Lastabtrag sorgen. Die Längsträger sind bei Stahl- oder Holztreppen seitliche Wangenträger oder unten liegende Holmträger, bei Stahlbetontreppen massive Laufbalken. Die Treppenträger bestimmen die Steigung und können im Grundriss gekrümmt sein, sie tragen die Lasten in Längsrichtung nach oben und/oder unten ab. Als statisches System liegt ein räumlicher, evtl. gekrümmter, Balken vor.
  • Im Stahlbetonbau gibt es als zusätzliches wichtiges Tragsystem die Treppe mit gerader Lauflinie, bestehend aus den geneigten Laufplatten, die die Stufen tragen und etwaigen horizontalen Platten als Absätzen. Das statisches System besteht jetzt nicht mehr aus einem räumlichen Balkensystem, sondern aus einzelnen Plattenelementen oder bei monolithischer Verbindung von Absatz und Lauf aus einem räumlich wirkenden Flächentragwerk, auch Faltwerk genannt. Der allgemeine Sonderfall des freitragenden, räumlich gekrümmten Treppenlaufes wird heute in der Statik mit der Methode der finiten Elemente berechnet.

Normen & Vorschriften

Die für den Treppenbau relevanten Normen und Vorschriften sind:

  • DIN 18 065 Maßliche Anforderungen an Treppenbauwerke
  • Bauordnungen (Paragraphen nach Musterbauordnung):
    • Fünfter Abschnitt: Rettungswege, Öffnungen, Umwehrungen

Quelle

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

   
   

 

 
 

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